Schulstunden-Ausfall in Sachsen sinkt: Positive Entwicklungen an Oberschulen, Grundschulen weiterhin benachteiligt
Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnet Sachsen einen leichten Rückgang der ausgefallenen Schulstunden, besonders an Oberschulen in Ostsachsen und dem Erzgebirge. Während die Situation sich dort verbessert, stehen Grundschulen weiterhin vor Herausforderungen und müssen oft auf personelle Aushilfen zurückgreifen. Mit gezielten Maßnahmen will der Freistaat die Personalsituation verbessern, doch die Notwendigkeit von mehr Lehrerstellen und Unterstützung für Verwaltungsaufgaben bleibt dringend. Die kommenden Haushaltsverhandlungen für 2027 und 2028 könnten entscheidend für die Zukunft der Schulen sein.
Im ersten Halbjahr 2025 ist die Anzahl der ausgefallenen Schulstunden in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. In allen zehn Landkreisen sowie in den Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz ist die Zahl der ausgefallenen Stunden um ein Viertel zurückgegangen. Besonders positive Entwicklungen zeigen sich an den Oberschulen, vor allem in Ostsachsen und im Erzgebirge.
In insgesamt acht von 13 Regionen Sachsens gibt es einen Rückgang beim Unterrichtsausfall. Hier sticht Ostsachsen hervor, wo die Landkreise Bautzen und Görlitz besonders gute Ergebnisse erzielt haben. Auf der anderen Seite müssen Grundschulen als Verlierer der neuen Strategie betrachtet werden. Lediglich in drei Landkreisen wurden leichte Verbesserungen verzeichnet. Oftmals müssen Lehrkräfte von Grundschulen aushilfsweise in anderen Schulen tätig werden, um den Unterricht abzusichern, was rund zwei Drittel der fast 6000 Abordnungen betrifft.
Der Unterrichtsausfall zeigt sich unterschiedlich je nach Schulform; so haben Gymnasien in Chemnitz sowie in den Landkreisen Zwickau und Mittelsachsen besonders hohe Anstiege verzeichnet, während Berufsschulen in Dresden, dem Vogtland und im Erzgebirge ebenfalls betroffenen waren. Der Freistaat Sachsen verfolgt das Ziel, Nachwuchslehrkräfte gezielt in unterversorgte Regionen zu entsenden, obwohl diese Methode jüngst auf Kritik gestoßen ist, besonders im Raum Leipzig, wo rund 100 Stellen unbesetzt blieben.
Kultusminister setzt auf neue Ansätze zur Optimierung der Personalsituation, einschließlich der Einrichtung eines Planungsteams, das analysiert, welche Schulen Personal abgeben müssen und wo Lehrkräfte hin verdrängt werden sollen. Leipzig, Chemnitz und das Erzgebirge bilden dabei eine Region, während Dresden, Bautzen und Görlitz in einer weiteren Gruppe zusammengefasst sind.
In seinen Forderungen hebt der Kultusminister hervor, dass dringend mehr Stellen geschaffen und finanziert werden müssen, um den Schulen den nötigen Puffer für Ausfälle aufgrund von Krankheit, Fortbildung oder speziellen Förderbedarfen zu geben. Die mitregierende SPD unterstützt diese Ansicht und betont die Notwendigkeit, ausreichend Lehrerstellen bereitzustellen. Gleichzeitig fordern die Linke sowie die Lehrergewerkschaft GEW neben mehr Lehrkräften auch zusätzliches Personal für Verwaltungsaufgaben, IT und Schulsozialarbeit.
Aktuell laufen die Haushaltsverhandlungen für die Jahre 2027 und 2028, in denen die Weichen für die künftige Personalsituation in Sachsens Schulen gestellt werden sollen. In einem Live-Talk hatte der Kultusminister angekündigt, sich verstärkt für die Schaffung zusätzlicher Stellen und einen Personalpuffer einzusetzen.
Fakten
- Die elfte Schulstunde in Sachsen war im ersten Halbjahr 2025 geringfügig weniger ausgefallen als vor einem Jahr.
- Im ersten Schulhalbjahr sind sowohl in allen zehn Landkreisen als auch in Leipzig, Dresden und Chemnitz ein Viertel weniger Stunden ausgefallen als im Vorjahreszeitraum.
- Die Oberschulen haben die stärksten Verbesserungen angetreten, insbesondere in Ostsachsen sowie im Erzgebirge.
- In acht der 13 sächsischen Regionen fällt weniger Unterricht aus.
- Ostsachsen besser als andere Regionen abgeschneidet hat, insbesondere in den Landkreisen Bautzen und Görlitz.
- Schulen im Erzgebirge, in Dresden sowie im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben überdurchschnittlich von den Maßnahmen zur Stundenabsicherung profitiert.
- Die Grundschulen müssen als Verlierer der neuen Strategie gelten, nur in drei Landkreisen gibt es leichte Verbesserungen.
- In acht Regionen fällt mehr Unterricht aus als im Vorjahreszeitraum.
- Lehrkräfte aus Grundschulen häufig aushelfen müssen, um anderswo den Unterricht abzusichern.
- Rund zwei Drittel der fast 6000 Abordnungen betreffen diesen Bereich.
- Die Oberschulen haben die stärksten Verbesserungen angetreten, insbesondere in Ostsachsen sowie im Erzgebirge.
- In Chemnitz und den Landkreisen Zwickau und Mittelsachsen ist der Anstieg am höchsten bei Gymnasien.
- Bei Berufsschulen ist der Anstieg in Dresden sowie im Vogtland und im Erzgebirge am höchsten.
- Der Freistaat setzt darauf, Nachwuchslehrkräfte und Bewerber auf offene Stellen stärker als bisher in unterversorgte Regionen zu schicken.
- Zuletzt hatte diese Einstellungspraxis für viel Kritik gesorgt, vor allem im Leipziger Raum.
- Rund 100 Stellen blieben unbesetzt.
- Der Kultusminister setzt auf weitere Neuerungen, wie das Planungsteam, das berechnet, welche Schulen Personal abgeben müssen und wohin Lehrerinnen und Lehrer abgeordnet werden sollen.
- Leipzig, Chemnitz und das Erzgebirge bilden einen Bereich, Dresden sowie die Kreise Bautzen und Görlitz einen zweiten.
- Der Kultusminister fordert, dass mehr Stellen geschaffen und finanziert werden müssen.
- Schulen brauchen endlich ausreichend Puffer, um Ausfälle durch Krankheit, Fortbildung oder besondere Förderbedarfe ausgleichen zu können.
- Die mitregierende SPD sieht das ganz ähnlich, es sei das Gebot der Stunde, ausreichend Lehrerstellen zur Verfügung zu stellen.
- Die Linke und die Lehrergewerkschaft GEW wollen neben mehr Lehrerstellen auch mehr Personal für Verwaltungsaufgaben, IT und Schulsozialarbeit.
- Aktuell laufen die Haushaltsverhandlungen für die Jahre 2027 und 2028.
- Der Kultusminister hatte zuletzt in einem Live-Talk angekündigt, für mehr Stellen und einen Personalpuffer zu werben.
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